Inside-Outside

Start
Mai 25, 2022 19:00
End
Juni 10, 2022 19:00
Vernissage
Finissage
Kurator

Julia Katan / Lorenzo Gori

The exhibition presents two very different artists, whose works, however, resonate with each other in a completely incomprehensible and wonderful way.

Julia Katan is a young, freshly graduated artist from Odessa, Ukraine.
Lorenzo Gori is an experienced, literally and figuratively bearded, international artist, born in Italy, studied in the USA and has lived in Berlin since 1994.
The works Lorenzo will be presenting to us were created during the tough lockdown in Berlin. Julia will be showing her work, most of which is entirely new and was created during the brutal war in Ukraine that recently began.
Both authors ask themselves and us questions to which nobody knows the answer in the current situation. But since they are artists, and not banal journalists, both asking the question and presenting it allows us not only to think, but also to get aesthetic pleasure, or, on the contrary, to annoy the artists‘ style and technique.

Painters

Lorenzo Gori
In Pistoia 1968 geboren
Studium der Kunstgeschichte in Florenz
Studium der Malerei in der Corcoran School of Art in Washington DC
Seit 1994 lebt in Berlin als Freischaffender Künstler.

Con tanta servitù con tanto tedio
E con falsi concetti e gran periglio
Dell’ alma, a sculpir qui cose divine.

Michelangelo Buonarroti, Rime

„Diese Terzine beschreibt exemplarisch den Weg eines Künstlers: seine mühsame Arbeit, Ideen und Konzepte, die auf Irrwege führen und die damit verbundene Gefahr, sich zu verlieren und das Bewusstsein, etwas Transzendentales zu schaffen.
In der Malerei wie in jeder anderen Kunstform gibt es keinen Fortschritt.
Ich habe immer das Malen als eine Art Entdeckungsreise gesehen, als eine Irrfahrt durch eine imaginäre Landschaft, die aus Inseln besteht: einige dieser Inseln sind bekannt, viele andere sind noch zu entdecken.
Wie alle Reisen ist auch diese voller Gefahren und Fallen, aber auch voller Entdeckungen und Wunder. Das Ziel immer ungewiss und eigentlich nur durch Zufall zu erreichen. Langsamkeit und Geduld, schlagartiges Voranschreiten und notwendiges Überdenken, plötzliche Erkenntnisse machen die Zeit dieser Reise aus.
Wenn man ein Bild betrachtet, erkennt man im besten Fall den Ausgangspunkt, den Beginn der Reise. Schwerer ist es, sich der Entdeckung einer neuen Insel bewusst zu werden,  noch schwerer ist es deren unbekannte Schönheit zu genießen.
Die Figuren und die Formen der Tradition, die sich in meinen Bildern und in meinen Zeichnungen wiederfinden, bilden den Ausgangspunkt. Ich weiß nicht, ob ich unentdeckte Länder erreicht habe, ich weiß nicht, ob ich je welche erreichen werde und ob der Zufall mir beistehen wird.
Ich hoffe nur, dass es mir mindestens gelungen ist, den Sinn meiner Reise und die Sehnsucht nach einem auch nur erahnten Ziel sichtbar zu machen. Und ich wünsche mir, dass der Betrachter die Schönheit entdeckt, die dieser Irrfahrt und dieser Sehnsucht innewohnt.
Verlangt wird dafür eine hohe Bereitschaft zur Aufmerksamkeit, zum buchstäblichen Blickkontakt mit den Werken.“- Lorenzo Gori

Lorenzo Gori

Julia Katan
(1997) Ukraine, Odessa
Odessa Art College benannt nach M.B. Grekov, Grafikdesigner, Diplom. 2018.
Kiewer Institut „Projektor“, Illustrator, Diplom, 2021.
2018- Gruppenausstellung „Neformat“, Museum für östliche und westliche Kunst, Odessa
2021- Personalausstellung „The Cult of Imperfection“, Dialogues space, Odessa

„Die Hauptfragen, die mich als Künstler interessieren, sind die Beziehung eines Menschen zu seinem Unbewussten.
Symbolsprache.
Mentale und spirituelle Ebenen der Persönlichkeit.
Ein Versuch, die eigene innere Welt zu beherrschen.
Betrachtung von Objekten in der von ihnen erzeugten Aura von Assoziationen.
Meine besondere Aufmerksamkeit für Träume und ihre Interpretationen.
Ein Versuch, eine Verbindung zu Gott herzustellen und der Wunsch, sie in sich selbst zu entdecken.
Das sind die Themen meiner neusten Grafikserie.
Einerseits reizt mich als Künstler die Ästhetik von Träumen und Erinnerungsfragmenten – sie sind neblig, bizarr, bunt. Andererseits interessiere ich mich als Autorin für Mehrdeutigkeit, die Fluidität von Bedeutungen, da es mir ermöglicht, mit einem Bild losgelöst von rationaler Logik zu arbeiten, nach einer solchen Verkörperung für diese Bilder zu suchen, dass hinter ihnen ein Rätsel bleibt .
Als introvertierter, zur Mystik neigender Mensch ist es mir wichtig, mein Wesen zu kennen, die zeitlose Wahrheit zu suchen, eine individuelle Stimme zu finden, damit die Stimmen meiner Vorfahren darin erklingen.
Ich widme meine Arbeit der „Licht“-Seite, aber oft folgt auf das Licht die „Dunkelheit“. Am Dualismus führt kein Weg vorbei, der Kampf ist unaufhörlich und ominöse Symbole sind offensichtlich. Meine Aufgabe ist es, dies zu akzeptieren und ehrlich zu dem verängstigten Betrachter zu sein.
Die Technik meiner Arbeiten sind Marker und Buntstifte auf Papier. Ich liebe diese Technik aus mehreren Gründen. Das Papier ist dünn, fast schwerelos, ein Spiegelbild meiner Tendenz, im physischen Raum so wenig Platz wie möglich einzunehmen.
Der Marker ist eine wässrige, aber ätzende tonale Basis. Das Arbeiten mit Stiften ist meditativ und manchmal ermüdend: zwei oder drei dichte Schichten, hunderte oder tausende dicke Striche. In einem so vielschichtigen Umfeld wird die Idee durch die Ausführung verstärkt. Es schien mir immer, dass ein Gemälde ein langer, mühsamer Prozess sein sollte, der Disziplin erfordert.
Auch der Blick des Betrachters in die Tiefe des Bildes erfordert Zeit und Nachdenklichkeit. Das Bild ist ein Konzentrat aus Handlung und Bedeutung. Der Betrachter muss sich auf einem individuellen Interaktionsweg bewegen, der nicht durch direkte Äußerungen unterdrückt wird. Ich schaffe ein Umfeld für Fragen und Reflexionen, aber ich gebe keine eindeutigen Antworten – die Bilder selbst werden Ihnen sagen, was der Betrachter darüber denkt.“ – J. Katan

Julia Katan

Exposition



Artworks

Julia Katan



Lorenzo Gori


Impressions